Helmut Vogel

Helmut Vogel

 

20. Juni 1926 - 2. Mai 2017

 

Der Schachbezirk Rhein-Nahe trauert um sein Ehrenmitglied Helmut Vogel, der wenige Wochen vor seinem 91. Geburtstag verstorben ist. Mit ihm ist einer der letzten Schachspieler von uns gegangen, der die Gründungszeit unseres Bezirks im Jahr 1955 noch aktiv miterlebt hat.

Mit einer schweren Kriegsverletzung schon als 18-jähriger in die Heimat zurückgekehrt, gründete Helmut Vogel mit anderen Schachspielern 1947 den Schachclub Bad Salzig. Von Beginn an war er im Vorstand des Vereins tätig, ab 1973 als 1. Vorsitzender. Als Helmut Vogel 2001 dann sein Amt in jüngere Hände legte, blickte er auf eine 54 Jahre dauernde Tätigkeit im Vorstand seines Vereins zurück! Dieser dankte es ihm mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden!

Aber auch als Schachspieler hat Helmut Vogel jahrzehntelang seinen Verein geprägt. So war er 25 Mal in Folge von 1947 bis 1972 Vereinsmeister, danach bis 1991 noch drei weitere Male. Bis 2010 war er auch sehr erfolgreich als Mannschaftsspieler, danach zog sich Helmut Vogel vom aktiven Schach zurück.

Auf der Mitgliederversammlung unseres Bezirks am 11.08.1990 in Nastätten wurde Helmut Vogel für seine großen Verdienste um den Schachsport mit der Ehrennadel in Gold geehrt. Fünf Jahre später, am 1. Juli 1995, wurde er während der MV in Koblenz zum Ehrenmitglied ernannt. Er war der erste (zusammen mit dem vor zwei Jahren verstorbenen Willi Weis), der diese höchste Ehrung unseres Bezirks erhielt.

Auch wenn es in den letzten Jahren etwas ruhiger um seine Person geworden war, sein Interesse an seinem Verein und dem Schachspiel war nach wie vor vorhanden. An seinem 90. Geburtstag besuchten der 1. Vorsitzende Andreas Back und Spielleiter Rolf Graw den Jubilar in Bad Salzig, um ihm zu gratulieren und die Grüße der Mitglieder des SBRN zu überbringen. Bei dieser Gelegenheit entstand auch das Foto oben.

Der Schachbezirk Rhein-Nahe dankt Helmut Vogel für sein fast 70 Jahre währendes Interesse an unserem Sport und wird ihn in bleibender Erinnerung behalten.


Michael Sefeloge

    


 





Nachruf

Prof. Dr. Armin Saam

 

18. August 1949 – 30. April 2015

 

„Was man tief in seinem Herzen besitzt,

kann man nicht durch den Tod verlieren“.

(Johann Wolfgang v. Goethe)

 

Obwohl viele von uns um die Schwere seiner Krankheit wussten, kam die Nachricht seines Ablebens doch plötzlich und überraschend. Nur diejenigen, die ihm nahe standen, wussten ab einem bestimmten Zeitpunkt, dass es keine Hoffnung mehr gab. Das Unabwendbare nahm seinen Lauf.

Beim SC Koblenz fand Armin Saam im Laufe der 1970er Jahre seine schachsportliche Heimat, in diesem Verein fühlte er sich wohl, hier konnte er zusammen mit vielen Weggefährten die Geschicke über drei Jahrzehnte mitgestalten. 1978 wurde er zum 2. Vorsitzenden gewählt, und von 1981 bis 1995 leitete er diesen Verein. Das er 2006 noch einmal die Verantwortung übernahm, lag vor allem daran, dass der SC Koblenz spielerisch und ehrenamtlich „ausgeblutet“ war. Die Fusion mit dem VfR Eintracht Koblenz zum VfR-SC Koblenz im Jahr 2008 war sicher auch für ihn kein leichter Weg, zumal viel Überzeugungsarbeit  in den eigenen Reihen zu leisten war. Das dieser Zusammenschluss zu einem vollen Erfolg wurde, ist zu einem großen Teil Armin Saam zu verdanken.

Als die Mitgliederversammlung des Bezirks im Jahr 2003 abgebrochen werden musste, weil sich niemand als Vorsitzender zur Verfügung stellte, sorgte Armin Saam mit einigen anderen dafür, dass bis zur Außerordentlichen MV eine funktionierende Mannschaft aufgeboten werden konnte. Er selbst übernahm die Geschäftsführung, ab 2009 dann den Vorsitz, wobei er die Geschäftsführung bis zuletzt beibehielt.

Bereits im Jahr 1996 war Armin Saam während der MV in Bad Kreuznach die Ehrennadel in Silber verliehen worden. Die Verleihung der Ehrennadel in Gold fand postum am 1. Mai 2015 statt. In seinem Haus in Kettig und in Anwesenheit seiner Familie ehrte Spielleiter Rolf Graw den Verstorbenen.  Viel wichtiger aber ist für alle Verantwortlichen die Erkenntnis, dass Armin Saam sich vorher über die bevorstehende Ehrung noch sehr gefreut hat.

Armin Saam hat im Schachbezirk Rhein-Nahe und in seinem Verein tiefe Spuren hinterlassen. Seine Beharrlichkeit, gepaart mit einer schier unendlichen Geduld und einem hohen Maß an diplomatischem Geschick sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Geschehnisse, wobei er seine Person nie in den Vordergrund stellte. Er wird in Zukunft vielen Menschen fehlen. Nicht nur den Weggefährten des alten SC Koblenz, sondern auch allen Menschen, denen er im Laufe der Jahre begegnet ist. Seine „Liebe“ zum Schachspiel mit all seinen Facetten wurde nur noch von der Liebe zu seiner Familie übertroffen.

Wir, die jetzt zurückbleiben mussten, wissen aber auch, dass Armin Saam uns nur vorausgegangen ist!


Michael Sefeloge



Die Abschiedsfeier findet am Samstag , dem 9. Mai, um 14.00 Uhr in der Friedhofskapelle in Kettig statt.

       



Matthias Kleinwächter

 Matthias Kleinwächter

 

8. Januar 1934 – 14. April 2015


Vor etwa 14 Tagen erreichte mich die Nachricht, dass unser Ehrenmitglied Matthias Kleinwächter nach längerer Krankheit verstorben ist. Ursprünglich wollte Dr. Armin Saam diesen Nachruf verfassen, bekanntlich kam es aber nicht mehr dazu.

Matthias Kleinwächter betrat die Reihen des SC Koblenz in den frühen 1960er Jahren, damals noch unter dem Namen SC REI Koblenz als Schachabteilung eines bekannten Koblenzer Firmensportvereins. Obwohl er ein sehr starker Spieler war, engagierte er sich früh auch ehrenamtlich. So übernahm er bereits 1964 mit 30 Jahren den Vorsitz in seinem Verein, und begleitete dieses Amt über die Selbstständigkeit 1971 (ab jetzt SC Koblenz) bis ins Jahr 1978.

Parallel war er im Schachkreis Koblenz fast genauso lang ehrenamtlich tätig. Zuerst von 1967 bis 1972 als Geschäftsführer, und von 1969 bis 1978 als Vorsitzender, wobei er bis zum Schluss auch die Geschäftsführung beibehielt. Und als ob dies nicht schon genug wäre, sprang er auch immer wieder für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder ein, wenn sich kein Nachfolger sofort fand. So war Matthias Kleinwächter von 1972 bis 1973 ein Jahr kommissarischer Jugendleiter, und als Staffelleiter des Nordens leitete er die Mannschaftsspiele von 1974 bis 1977!  Im Jahr danach beendete er seine Tätigkeiten sowohl im Kreis und im Verein.

In dieser Zeit gehörte Matthias Kleinwächter zu den stärksten Spielern in Koblenz und darüber hinaus. Mit seiner Mannschaft sammelte er in der damaligen Oberliga Mittelrhein viele Punkte, als Einzelspieler gewann er die Kreis-Einzelmeisterschaft 1966 und 1969, den Kreis-Pokal 1965, 1966 und 1967 und die Blitz-Einzelmeisterschaft 1970.

Für seine Verdienste um den Schachsport im SBRN erhielt Matthias Kleinwächter zwei Ehrungen: Während der Mitgliederversammlung 1992 in Bad Salzig wurde ihm die Ehrennadel in Gold verliehen. Und auf der MV 2000 in Nastätten wurde er für seine herausragenden Verdienste um den Schachsport zum Ehrenmitglied ernannt.

Etwa zu dieser Zeit war Matthias Kleinwächter nach Greven an den Niederrhein verzogen.  In den Sommermonaten verschlug es ihn in die Ägäis, wo er auf einem Segelboot über das Meer schipperte. Leider habe ich ihn nur drei oder vier Mal persönlich erlebt, weshalb sich mein Wissen über ihn fast ausschließlich aus alten Unterlagen in meinem Schacharchiv erschließt. Von Menschen, die ihn besser kannten, wurde mir berichtet von seinem angenehmen Wesen und dem freundlichen Umgang mit anderen. Und so soll er uns auch in Erinnerung bleiben.

Michael Sefeloge


Wilhelm (Willi) Weis

Wilhelm (Willi) Weis

 

23. Dezember 1925 – 30. April 2015


Mit Willi Weis ist nur 14 Tage nach Matthias Kleinwächter ein weiteres Ehrenmitglied unseres Bezirks verstorben.

Bereits im Jahr 1947 gehörte Willi Weis zu den Gründungsmitgliedern eines Neuendorfer Schachvereins, der sich danach mit den Schachfreunden aus Wallersheim vereinte und sich fortan SC 1947 Neuendorf/Wallersheim nannte. Dass er sich trotz seiner jungen Jahre auch im Vorstand betätigte, war für ihn eine Selbstverständlichkeit.

1955 zog es Willi Weis und andere dann in die Koblenzer Innenstadt, wo der SC Koblenz gegründet wurde. Das dieser bis 1971 als Schachabteilung unter dem Namen REI Koblenz agierte, brachte in der damaligen Zeit nur Vorteile, unter anderem in der für viele Schachvereine so leidigen Raumfrage.

Nach der Gründung des Schachkreises Koblenz nur wenige Wochen später konnte das lange Zeit brachliegende Schachspiel wieder aufgenommen werden. Und Willi Weis beteiligte sich von Beginn an den organisatorischen- und ehrenamtlichen Arbeiten, sowohl in seinem Verein wie auch im SK Koblenz. Die zeitliche Strecke und die Vielfallt seiner Tätigkeiten, die er dabei bewältigte, sind bis heute unerreicht.

Beim SC Koblenz war Willi Weis von 1955 viele Jahre lang als Schatzmeister und Geschäftsführer tätig, danach als 2. Vorsitzender und zum Schluss noch von 1978 bis 1981 als 1. Vorsitzender. Rechnet man das zusammen, dann kommt man auf eine 26-jährige Vorstandstätigkeit in seinem Verein!

Parallel dazu übernahm er von 1955 bis 1960 im SK Koblenz das Amt des Jugendleiters, danach war er bis 1978 als Schatzmeister für die finanziellen Angelegenheiten zuständig. Dies war zur damaligen Zeit kein leichtes Amt, erhielt er doch erst 1972 ein eigenes Konto zur Bewältigung seiner Arbeit.

Nach 1981 zog sich Willi Weis nicht nur von den Ehrenämtern, sondern auch vom aktiven Schach zurück, weshalb er ein bisschen in Vergessenheit geriet. Nur so ist zu erklären, dass er erst 1994 zum ersten Mal geehrt werden konnte. Auf der Mitgliederversammlung am 13.08.1994 in Mörsdorf erhielt Willi Weis die Ehrennadel in Gold. Und ein Jahr später während der 40-Jahr Feier des SBRN in Koblenz-Metternich wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft unseres Bezirks verliehen.

Da Willi Weis die Sommermonate immer in Spanien verbrachte, besuchten der damalige Bezirks-Vorsitzende Hans Hübsch und ich ihn in seiner Wohnung, um die Ehrungen vorzunehmen. Bis 2010 war ich einige Male bei ihm zu Gast, um einen weiteren Band der Bezirks-Chronik zu überreichen. Dabei konnte ich nicht nur die Gastfreundschaft von ihm und seiner Frau Else genießen, sondern profitierte auch immer wieder von seinem riesigen Erfahrungsschatz, wenn es um die Ereignisse vergangener Zeiten ging.

Den 60. Geburtstag des von ihm mitgegründeten Bezirks kann Willi Weis nun nicht mehr miterleben. All diejenigen unter uns, die ihn noch kannten, schätzten vor allem sein jederzeit freundliches und zuvorkommendes Wesen. Willi Weis war nicht nur beim SC Koblenz, sondern auch in unserem Bezirk eine Institution, er ist einer der Grundpfeiler unserer schachlichen Gemeinschaft.

Michael Sefeloge